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Update 26.07.2007

 
150 Jahre Durchbruch Hintereggstrasse

Programm Durchbruchfest vom 11. August 2007
 
Chronik Hintereggstrasse

 
Bis - 1857

Bis 1857 war, laut mündlicher Überlieferung, die Hinteregg nur auf einem Saumpfad erreichbar. Mit dem Ausscheidungsvertrag zwischen der Einwohnergemeinde und der Burgergemeinde Rumisberg vom 23. Mai 1857, wurden die Hintereggweide sowie die Waldungen Vordem – Bärg der Burgergemeinde zugesprochen. Die Burgergemeinde liess dann 1857 eine Strasse erstellen, die auch mit Fuhrwerken befahrbar war. Somit konnte das Bau- und Brennholz einfacher zu Tale gefördert werden und auch die Alp Auf- und Abfahrten waren einfacher zu bewerkstelligen.

 

VI. Augst. 1857 - 1911
Da die Strasse teilweise sehr steil war, mussten beim Holzabführen zusätzlich Ästehaufen hinten an die Fuhrwerke gebunden und Bremsschuhe sogenannte „Schleipftrööge“ verwendet werden, damit die Zugtiere nicht über den Abgrund hinaus gestossen wurden. Um diese steile Wegstücke zu entschärfen, plante der Burgerrat eine neue, nicht mehr so steile Strasse anzulegen. Zusammen mit dem damaligen Oberförster Ernst Tschumi wurde ein Projekt ausgearbeitet, um es dann später der Burgerversammlung zur Genehmigung vorzulegen.

 

Alte Strassenführung 1857  - 1912
 
1911 – 1984

1911 beschlossen die Burger von Rumisberg, eine neue, nicht mehr so steile Bergstrasse auf die Hinteregg zu erstellen. Oberförster Tschumi aus Wiedlisbach war als damaliger Oberförster Projektleiter. Die neue Strasse führte via Neuwegrank über die Fuhren auf die Hinteregg. Es war geplant, die Strasse in 2 Etappen zu erstellen. Erste Etappe vom Waldeingang bis Fuhren, zweite Etappe Fuhren bis Durchbruch. Das Projekt wurde von der Burgerversammlung genehmigt und anschliessend zur Genehmigung und Subventionssprechung an Kanton und Bund weitergeleitet.  Die Kosten wurden mit 17'500 Franken veranschlagt. 

 
Auf die gleichzeitige Ausschreibung im Anzeiger des Amtes Wangen machte das Baugeschäft Kunz aus Wiedlisbach am 14. Oktober 1912 folgende Eingabe.

 
Das Projekt musste wegen den Subventionen zu der damaligen Zeit ebenfalls durch den Kanton Bern und den Bundesrat genehmigt werden. Am 8. November 1912 genehmigt „Der Schweizerische Bundesrat“ das Projekt mit folgenden Auflagen:

 

Nach der Genehmigung wurde das Projekt dem Baugeschäft Kunz in Wiedlisbach zur Ausführung übergeben. Zwischen der Burgergemeinde und dem Baugeschäft Kunz wurde ein Bauvertrag abgeschlossen, in dem ein Preis von 8.90 Franken pro Laufmeter Strasse vereinbart wurde. Wegen verschiedene Mehrarbeiten wie Sprengen, Felsabtragen und Rohreinlegen, beliefen sich die Endkosten auf 23'460 Franken. Da die Burgergemeinde schon damals finanziell nicht auf Rosen gebettet war, wurde die Rechnung in Raten von 1'000 bis 2'500 Franken getilgt. Die Bauarbeiten wurden in den Jahren 1912 – 1932 durchgeführt.

 

Brunnen an der Hintereggstrasse

Das „Brünneli“ an der Hintereggstrasse oberhalb der Weid erinnert heute noch an die Bauetappen.
 

Der Strassenbau erfolgte in 4 Sektionen in den Jahren 1910, 1914, 1922 und 1932. Da die Hintereggstrasse vom Bund als ein wichtiger Übergang bei einem Kriegsausbruch eingestuft wurde, hatte die Armee vor dem 2. Weltkrieg zwischen der Fuhren und dem Durchbruch Sprengschächte erstellt. Diese durften dann auf Gesuch der Burgergemeinde 1980 entfernt werden.

 

1. Teilstück 2. Teilstück
 

Foto (vermutlich aus dem Jahr 1932) oberhalb Brünneli
 
Personen von links nach rechts,  z.T. mit Übernamen
 

Ischi Allemann Jakob (im Loch) Haltenköbu

Stampfler Johannes Kobuhans

Felber Alfred (Sternen) Felixe Alfred

Brudermann Wyss Ernst Samiköbus Ernst

Anderegg Albert (Bannwart)

Hanse Bärtu


Ryf Ryf Johann, Joh. Ulrichs Hailihansuele Hans

Lanz Alfred, Hasengasse  Einwohner aus Rumisberg

Anderegg Anderegg Johann (Schoren) Schoren Hans

Ischi Anderegg Emil Gumme Emil

Stampfli Ryf Jakob Seilers Köbu (Haltenacher)

Tschumi Ernst Oberförster Wiedlisbach

 
1962
1962 wurde auf dem Hellköpfli ein Lenkwaffenstützpunkt geplant und erstellt. Die Zufahrt sollte über Rumisberg erfolgen. Die Burgergemeinde Rumisberg lehnte diese Variante an ihrer Burgerversammlung vom 26.12.1964 ab. Auf Grund dieses Beschlusses wurde das Hellköpfli durch die Eidgenossenschaft enteignet und die Zufahrt über Laupersdorf ausgeführt.
 
1966
Nach tagelangen starken Regenfälle rutschte die Hintereggstrasse unterhalb der heutigen Fuhrenhütte (Ahorn) ab. Die Strasse musste um ca. 20m bergwärts verschoben werden. Das bis dahin viel begangene Ahornwägli wurde ebenfalls verschüttet. Die Sanierung der Strasse verursachten der Burgergemeinde ausserordentliche Kosten von Fr. 9'105.--.
 
1974
Im Herbst rutschte die Hintereggstrasse wiederum nach starken Regenfällen auf der rechten Seite beim Ausgang Wald – Fuhrenallmend ab; gleichzeitig mit der Strasse rutschte auch die alte Fuhrenhütte ab. Als Ersatz wurde dann eine neue Hütte an Stelle der heutigen Brätlistelle in Fronarbeit durch den Burgerrat aufgestellt. Die Sanierung der Strasse verursachten der Burgergemeinde wiederum ausserordentliche Kosten von Fr. 20'000.-- .
 
1982 – 1984
In den Jahren 1982 – 1984 wurde in Zusammenarbeit mit der Flurgenossenschaft Rumisberg – Wolfisberg die Sanierung der Hintereggstrasse geplant und durchgeführt. 1984 wurde sie dann mit einer Heissmischtragschicht versehen. Damit die Hintereggstrasse zu diesen Ehren kam, musste der ganze Bergwald in den Perimeter der Zusammenlegung einbezogen werden. Die Bruttokosten für diese Sanierung wurden mit Fr. 175'000.-- veranschlagt. Da bei der Strassenführung des Fuhrenrankes die Warnungen des damaligen Burgerrates in den Wind geschlagen wurden, musste der Fuhrenrank 1987 auf Kosten der Flurgenossenschaft fixiert werden, was Fr. 125'000.-- kostete.
 
1984
Um den Unterhalt der Hintereggstrasse zu sichern, wollte die Burgergemeinde eine Spezialbewilligung zum Befahren der Strasse einführen. Die Kosten einer solchen Jahresbewilligung hätten zwischen 10 – 12 Franken betragen. Einwohner und Burger von Rumisberg, sowie Weidrechtbesitzer, wären von der Bewilligungspflicht befreit gewesen. Da aber durch Einwohner von Rumisberg und Umgebung gegen dieses Projekt Opposition ergriffen und Unterschriften gesammelt wurden, wurde es durch den Burgerrat zurückgezogen.
 
1997
Um den Unterhalt der Hintereggstrasse gerechter zu verteilen, wurde eine Kommission aus Vertretern der Einwohnergemeinde, der Burgergemeinde und der Alpgenossenschaft gebildet. Die Kommission hatte den Auftrag, Kostenverteilungsvorschläge zu erarbeiten. Auf Grund dieser Vorschläge wurde dann im Jahre 2000 die Wegunterhaltsgesellschaft Hintereggstrasse gegründet. Der Verteiler für den jährlichen Beitrag von 1'000.--  pro Fünftel an den Unterhalt wurde wie folgt festgelegt:  Einwohnergemeinde und Alpgenossenschaft je 2/5 und die Burgergemeinde 1/5. Sollte eine grössere Sanierung oder Unterhaltsarbeiten nötig werden, muss das Projekt vorgängig von den jeweiligen Legislativen genehmigt werden.
 
Alpgenossenschaft Hinteregg

Für die Alpgenossenschaft Hinteregg war die Hintereggstrasse vor dem Bau der Schattenbergstrasse die einzige Zufahrt auf die Hinteregg.

Die Burgergemeinde Rumisberg hat die Alpweide Hinteregg im Halte von ca. 61 ha mit einem auf 99 Jahre befristeten Dienstbarkeitsvertrag vom 16. März 1929 bis 15. März 2028 der Alpgenossenschaft Hinteregg abgetreten. Von den 155 Weidrechten der vorgenannten Alpgenossenschaft besitzt die Burgergemeinde heute deren 95.

 
Verfasser: Paul Ischi jun., Burgerschreiber Rumisberg
 

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