| |
|
150 Jahre Durchbruch
Hintereggstrasse |
|
|
►
Programm
Durchbruchfest vom 11. August 2007 |
| |
| Chronik
Hintereggstrasse |
|
| |
|
Bis - 1857 |
|
Bis 1857 war, laut mündlicher Überlieferung, die Hinteregg
nur auf einem Saumpfad erreichbar. Mit dem
Ausscheidungsvertrag zwischen der Einwohnergemeinde und der
Burgergemeinde Rumisberg vom 23. Mai 1857, wurden die
Hintereggweide sowie die Waldungen Vordem – Bärg der
Burgergemeinde zugesprochen. Die Burgergemeinde liess dann
1857 eine Strasse erstellen, die auch mit Fuhrwerken
befahrbar war. Somit konnte das Bau- und Brennholz einfacher
zu Tale gefördert werden und auch die Alp Auf- und Abfahrten
waren einfacher zu bewerkstelligen.
|
|
VI.
Augst. 1857 - 1911 |
|
Da die Strasse teilweise sehr steil war, mussten beim
Holzabführen zusätzlich Ästehaufen hinten an die Fuhrwerke
gebunden und Bremsschuhe sogenannte „Schleipftrööge“
verwendet werden, damit die Zugtiere nicht über den Abgrund
hinaus gestossen wurden. Um diese steile Wegstücke zu
entschärfen, plante der Burgerrat eine neue, nicht mehr so
steile Strasse anzulegen. Zusammen mit dem damaligen
Oberförster Ernst Tschumi wurde ein Projekt ausgearbeitet,
um es dann später der Burgerversammlung zur Genehmigung
vorzulegen. |
|
|
Alte Strassenführung 1857 - 1912 |
| |
|
1911 – 1984 |
|
1911 beschlossen die Burger von Rumisberg, eine neue, nicht
mehr so steile Bergstrasse auf die Hinteregg zu erstellen.
Oberförster Tschumi aus Wiedlisbach war als damaliger
Oberförster Projektleiter. Die neue Strasse führte via
Neuwegrank über die Fuhren auf die Hinteregg. Es war
geplant, die Strasse in 2 Etappen zu erstellen. Erste Etappe
vom Waldeingang bis Fuhren, zweite Etappe Fuhren bis
Durchbruch. Das Projekt wurde von der Burgerversammlung
genehmigt und anschliessend zur Genehmigung und
Subventionssprechung an Kanton und Bund weitergeleitet. Die
Kosten wurden mit 17'500 Franken veranschlagt. |
| |
|
Auf die gleichzeitige Ausschreibung im Anzeiger des
Amtes Wangen machte das Baugeschäft Kunz aus
Wiedlisbach am 14. Oktober 1912 folgende Eingabe. |
 |
|
|
|
Das Projekt musste wegen den
Subventionen zu der damaligen Zeit ebenfalls durch
den Kanton Bern und den Bundesrat genehmigt werden.
Am 8. November 1912 genehmigt „Der
Schweizerische Bundesrat“
das Projekt mit folgenden Auflagen: |
 |
|
| |
|
Nach der Genehmigung wurde das Projekt dem Baugeschäft Kunz
in Wiedlisbach zur Ausführung übergeben. Zwischen der
Burgergemeinde und dem Baugeschäft Kunz wurde ein Bauvertrag
abgeschlossen, in dem ein Preis von 8.90 Franken pro
Laufmeter Strasse vereinbart wurde. Wegen verschiedene
Mehrarbeiten wie Sprengen, Felsabtragen und Rohreinlegen,
beliefen sich die Endkosten auf 23'460 Franken. Da die
Burgergemeinde schon damals finanziell nicht auf Rosen
gebettet war, wurde die Rechnung in Raten von 1'000 bis
2'500 Franken getilgt. Die Bauarbeiten wurden in den Jahren
1912 – 1932 durchgeführt. |
| |
|
  |
|
Das „Brünneli“ an der
Hintereggstrasse oberhalb der Weid erinnert heute noch an
die Bauetappen. |
| |
|
Der Strassenbau erfolgte in 4 Sektionen in den Jahren 1910,
1914, 1922 und 1932. Da die Hintereggstrasse vom Bund als
ein wichtiger Übergang bei einem Kriegsausbruch eingestuft
wurde, hatte die Armee vor dem 2. Weltkrieg zwischen der
Fuhren und dem Durchbruch Sprengschächte erstellt. Diese
durften dann auf Gesuch der Burgergemeinde 1980 entfernt
werden. |
| |
|
 |
 |
| 1. Teilstück |
2. Teilstück |
|
| |
|
 |
|
Foto
(vermutlich aus dem Jahr 1932)
oberhalb Brünneli |
|
|
|
Personen von links
nach rechts, z.T. mit Übernamen |
|
|
|
|
Ischi Allemann Jakob
(im Loch) |
Haltenköbu |
|
|
Stampfler Johannes |
Kobuhans |
|
|
Felber Alfred
(Sternen) |
Felixe Alfred |
|
|
Brudermann Wyss Ernst |
Samiköbus Ernst |
|
|
Anderegg Albert
(Bannwart) |
Hanse Bärtu |
|
|
Ryf Ryf Johann, Joh.
Ulrichs |
Hailihansuele Hans |
|
|
Lanz Alfred,
Hasengasse |
Einwohner aus Rumisberg |
|
|
Anderegg Anderegg
Johann (Schoren) |
Schoren Hans |
|
|
Ischi Anderegg Emil |
Gumme Emil |
|
|
Stampfli Ryf Jakob |
Seilers Köbu (Haltenacher) |
|
|
Tschumi Ernst |
Oberförster Wiedlisbach |
|
| |
|
1962 |
|
1962 wurde auf dem Hellköpfli ein Lenkwaffenstützpunkt
geplant und erstellt. Die Zufahrt sollte über Rumisberg
erfolgen. Die Burgergemeinde Rumisberg lehnte diese Variante
an ihrer Burgerversammlung vom 26.12.1964 ab. Auf Grund
dieses Beschlusses wurde das Hellköpfli durch die
Eidgenossenschaft enteignet und die Zufahrt über Laupersdorf
ausgeführt. |
| |
|
1966 |
|
Nach tagelangen starken Regenfälle rutschte die
Hintereggstrasse unterhalb der heutigen Fuhrenhütte (Ahorn)
ab. Die Strasse musste um ca. 20m bergwärts verschoben
werden. Das bis dahin viel begangene Ahornwägli wurde
ebenfalls verschüttet. Die Sanierung der Strasse
verursachten der Burgergemeinde ausserordentliche Kosten von
Fr. 9'105.--. |
| |
|
1974 |
|
Im Herbst rutschte die Hintereggstrasse wiederum nach
starken Regenfällen auf der rechten Seite beim Ausgang Wald
– Fuhrenallmend ab; gleichzeitig mit der Strasse rutschte
auch die alte Fuhrenhütte ab. Als Ersatz wurde dann eine
neue Hütte an Stelle der heutigen Brätlistelle in Fronarbeit
durch den Burgerrat aufgestellt. Die Sanierung der Strasse
verursachten der Burgergemeinde wiederum ausserordentliche
Kosten von Fr. 20'000.-- . |
| |
|
1982 – 1984 |
|
In den Jahren 1982 – 1984 wurde in Zusammenarbeit mit der
Flurgenossenschaft Rumisberg – Wolfisberg die Sanierung der
Hintereggstrasse geplant und durchgeführt. 1984 wurde sie
dann mit einer Heissmischtragschicht versehen. Damit die
Hintereggstrasse zu diesen Ehren kam, musste der ganze
Bergwald in den Perimeter der Zusammenlegung einbezogen
werden. Die Bruttokosten für diese Sanierung wurden mit Fr.
175'000.-- veranschlagt. Da bei der Strassenführung des
Fuhrenrankes die Warnungen des damaligen Burgerrates in den
Wind geschlagen wurden, musste der Fuhrenrank 1987 auf
Kosten der Flurgenossenschaft fixiert werden, was Fr.
125'000.-- kostete. |
| |
|
1984 |
|
Um den Unterhalt der Hintereggstrasse zu
sichern, wollte die Burgergemeinde eine Spezialbewilligung
zum Befahren der Strasse einführen. Die Kosten einer solchen
Jahresbewilligung hätten zwischen 10 – 12 Franken betragen.
Einwohner und Burger von Rumisberg, sowie Weidrechtbesitzer,
wären von der Bewilligungspflicht befreit gewesen. Da aber
durch Einwohner von Rumisberg und Umgebung gegen dieses
Projekt Opposition ergriffen und Unterschriften gesammelt
wurden, wurde es durch den Burgerrat zurückgezogen. |
| |
|
1997 |
|
Um den Unterhalt der Hintereggstrasse gerechter zu
verteilen, wurde eine Kommission aus Vertretern der
Einwohnergemeinde, der Burgergemeinde und der
Alpgenossenschaft gebildet. Die Kommission hatte den
Auftrag, Kostenverteilungsvorschläge zu erarbeiten. Auf
Grund dieser Vorschläge wurde dann im Jahre 2000 die
Wegunterhaltsgesellschaft Hintereggstrasse gegründet. Der
Verteiler für den jährlichen Beitrag von 1'000.-- pro
Fünftel an den Unterhalt wurde wie folgt festgelegt:
Einwohnergemeinde und Alpgenossenschaft je 2/5 und die
Burgergemeinde 1/5. Sollte eine grössere Sanierung oder
Unterhaltsarbeiten nötig werden, muss das Projekt vorgängig
von den jeweiligen Legislativen genehmigt werden. |
| |
|
Alpgenossenschaft Hinteregg |
|
Für die Alpgenossenschaft Hinteregg war die Hintereggstrasse
vor dem Bau der Schattenbergstrasse die einzige Zufahrt auf
die Hinteregg.
Die Burgergemeinde Rumisberg hat die Alpweide Hinteregg im
Halte von ca. 61 ha mit einem auf 99 Jahre befristeten
Dienstbarkeitsvertrag vom 16. März 1929 bis 15. März 2028
der Alpgenossenschaft Hinteregg abgetreten. Von den 155
Weidrechten der vorgenannten Alpgenossenschaft besitzt die
Burgergemeinde heute deren 95. |
| |
| Verfasser:
Paul Ischi jun., Burgerschreiber Rumisberg |
| |
|
nach oben |